Bericht über das Projekt "Familiensportkurs 2008"

DRS Schwalbe Familiensportkurs in Rheinsberg vom 27.07.08 bis 02.08.08

Der 3. DRS Familiensportkurs fand wieder, wie schon vor zwei Jahren im Hotel am See in Rheinsberg statt. Dank der großartigen Unterstützung der Firma Schwalbe / Frank Bohle GmbH konnten wir den Familien eine sportliche Woche mit reichhaltigem Programm für alle Teilnehmer, ob jung oder alt, mit oder ohne Behinderung anbieten. Aber nicht nur das Sportprogramm, auch die Gesprächsrunden führten dazu, dass die Teilnehmer sich vernetzten, sehr viel voneinander profitierten, alle mit- und voneinander lernten und sich sicher nicht das letzte mal getroffen und ausgetauscht haben. Aber lesen sie selbst den Bericht einer teilnehmenden Familie: 3. Familiensportkurs 2008

Rheinsberg? Das hat nichts mit dem Rhein zu tun, mit Bergen aber auch nicht. Es ist eine Stadt mit einer überschaubaren Größe mit knapp 9000 Einwohnern im Landkreis Ostpregnitz-Ruppin im Norden von Brandenburg, rund hundert Kilometer nördlich von Berlin.
Unsere Autofahrt bei brennender Sonne verlief ohne Zwischenfälle. Die letzten 30 Kilometer fuhren wir fast ununterbrochen zwischen Bäumen, entweder durch ausgedehnte Waldflächen mit hohem Wildbestand und reichlich Akazien oder aber auf einer dieser schönen Alleen mit alten, dickstämmigen und breitkronigen Eichen durch ebenso ausgedehnte wie ebene Ackerflächen. Stellenweise etwas holprig und schmal - aber im Schatten!
Ganz pünktlich kamen wir an und wurden schon von den ersten bekannten Gesichtern in Urlaubslaune ganz herzlich begrüßt. Wir waren also nicht unter lauter Fremden. Der Empfang im Haus Rheinsberg Hotel am See war nicht weniger herzlich. Man sagt, es sei Deutschlands größtes barrierefreies Hotel. Schnell haben wir die großen Zimmer bezogen und schon gingen wir auf die Suche nach weiteren Bekannten.
Beim ersten Zusammentreffen in der Turnhalle sahen wir dann den „Rest“. Wir waren zwölf Familien und zusammen mit den sechs Übungsleitern 45 Personen. Spielerisch lernten wir einander kennen. Die Namen zumindest. Mit je einer Sportart und der passenden, typischen Hand-, Kopf-, oder auch Fuß-Bewegung dazu.
Das allabendliche Büfett im geräumigen Restaurant mit mehreren verschiedenen Hauptgerichten mit Fleisch oder Fisch, Gemüse und Beilagen und einem separaten Kindergericht, falls bei den „normalen“ Gerichten nichts Passendes dabei war, einer großen Auswahl Salaten und Antipaste, sowie verschiedenen Schinken, Salamis und Pasteten, einer Unzahl an Nachspeisen und frischem Obst... man wollte gar nicht aufhören zu essen.
Der Sprung ins Schwimmbad, der keiner war, weil man nicht reinspringen darf, war trotz des warmen Wassers erfrischend. Nach 22:00 Uhr, nach dem Ende der Sportaktivitäten und wenn dann wenigstens die kleineren Kinder im Bett oder zumindest in ihrem Zimmer waren, dann konnten die Großen los ziehen, um sich in der Bar oder auf der Terrasse einer der umliegenden Lokale bei vielen Gesprächen viel näher kennen lernen.
Bemerkenswert finde ich die Selbstverständlichkeit, dass man neu ankommenden Leuten Platz macht, sie in der Mitte aufnimmt und ihnen zuhört. Jeder hatte Zeit und Gelegenheit zu reden und immer wurde auch gespannt zugehört.
Auch Freddy Pritzkau, ein Mitarbeiter der Firma Schwalbe/Bohle, mit seinen beiden Jungs, die erst in der zweiten Hälfte der Woche zu uns kamen, fanden schnell Anschluss.
Nach diesen wenigen Tagen mit abwechselnden Zeiten für Essen, Schlafen, Sport, eigene Familie und gemeinsame Interessen und Erfahrungsaustausch, glauben wir die Anderen schon seit Ewigkeiten zu kennen. Es hat uns allen so richtig gut getan.
Im Alltag sind Rollikids und ihre Familien ja leider nicht immer und überall so willkommen – aber das ist eine andere Geschichte.
Zentrales Thema war Sport für die ganze Familie, und den hatten wir ab nach dem Frühstück mit dem fast täglichen Aufwärmen mit Donikkls Fliegerlied „So ein schöner Tag“. Meine Tochter Alexa hat festgestellt, dass dieses Lied wichtig für das gute Wetter war, denn zum Berlin-Ausflug am Mittwoch und zur Abreise am Samstag haben wir es nicht gemeinsam gesungen und getanzt – das Wetter war an diesen beiden Tagen trüb.
Das Programm war vielfältig und mit mehreren Angeboten gleichzeitig war für jeden etwas dabei. Zum Reinschnuppern, Verbessern, miteinander Spielen oder zum Vormachen. Man konnte Schwimmen, Tauchen, Kegeln, Handbiken, Enten füttern, Basketball, Hockey, Tischtennis, Badminton und Rugby spielen und auch die Alltagsmobilität mit dem Rollstuhl erfahren, erlernen und natürlich auch verbessern. Hier auch einen ganz großen Dank an die Firma Schwalbe aus Wiehl, die mit ihrer großzügigen Spende den Kurs in diesem Umfang erst möglich machte. Ohne die Schwalbe-Reifen als vertikale Körbe unter den regulären Körben hätten die weniger guten Werfer unter uns keine Korberfolge gehabt.
Die eifrigsten Teilnehmer hatten die Möglichkeit einen Tischtennis-Schein unter Anleitung von Tom Kowalzik aus Berlin und/oder einen Rolli-Führerschein unter der Anleitung von Ute Herzog zu machen.
Bis zum Freitag kannten sich alle Teilnehmer so gut, dass es uns möglich war lauter neue Familien per Los zusammen zu stellen. Mit einer Einkaufsliste und einer Spezialaufgabe für den Abschluss am Abend zogen alle los und besorgten die geforderten Dinge. Die Präsentationen, die spontan ausgedacht und schnell einstudiert wurden, waren allesamt ein voller Erfolg. Ein toller Abend mit lauter tollen Leuten!
Bleiben noch die Ausflüge: Die Schnitzeljagd mit Schwalbe-Aufklebern als Schnitzel, wo die Eltern ihre Kinder in Rheinsberg suchen mussten und sie dann alle komplett im Schlosspark fanden. Super!
Der Ausflug der Übungsleiter ohne die Kinder und Eltern: Verlaufen und verfahren – eine Irrfahrt von sechs Kilometern! Und das im kleinen Städtchen Rheinsberg.
Die Fahrt nach Berlin mit der Bahn. Wir verteilten uns auf die gesamte Länge des Zuges, damit die ganze Gruppe einsteigen konnte. Weil wir nicht angemeldet waren (warum auch?) bekam der Zug zwei Minuten Verspätung, die er mit Anmeldung auch bekommen hätte.
Vorbei an der langen Schlange besichtigungswilliger Besucher kamen wir Dank der Rollstühle in die Kuppel des Reichstagsgebäudes. In kleineren Gruppen erforschten wir zum Teil unterschiedliche Bereiche in der näheren Umgebung. Selbst für das bisschen Berlin in den paar Stunden hat sich dieser Ausflug gelohnt.
Meine Familie würde am 4.Familien-Sportkurs gerne wieder mitmachen. Alle anderen glaube ich auch.

Oliver mit Alexa, Yoraima, Herrmann und Amadeus

Nochmal ganz herzlichen Dank an die Firma Schwalbe - Ralf Bohle GmbH für die Spende. Und ganz herzlichen Dank an das Hotel am See Haus Rheinsberg, die uns sehr entgegen gekommen sind, unsere bunt gemischte Gruppe wundervoll aufgenommen haben und einer kompletten Familie die kostenfreie Unterbringung in ihrem Haus ermöglicht haben. Die Spende der Marathon-Messe in Berlin kam dank der Vermittlung des Haus Rheinsberg damit uns zugute.
Ute Herzog